Bericht zur Ostdeutschen Bestermittlung mJD 2017

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Am Wochenende des 16. und 17. Juni stand für uns die Ostdeutsche Bestenermittlung in Dessau an. Nach dem Gewinn der Berliner Meisterschaft

hatten wir uns gemeinsam mit AC Berlin für das Turnier qualifiziert. Die Saison war für uns bereits lange vorbei, deshalb freuten wir uns auf die kommende Aufgabe und waren einfach froh, dass es endlich losging.

Ein Ziel zu formulieren war schwer, da das Niveau der Ligen in den einzelnen Bundesländern zu unterschiedlich ist. Dazu kommen die Sportschulen, beispielsweise aus Magdeburg oder Potsdam, die allein schon einen ganz anderen Trainingsaufwand betreiben können als wir. Für mich als Trainer war vor allem wichtig zu sehen, wie wir gegen solche Mannschaften bestehen können und war ich mir sicher, dass wir, wenn wir uns auf den Kampf auf der Platte einlassen, mit fast allen Mannschaften mithalten können. Von daher schielte ich mit meinen Augen als Trainer Richtung Platz 5, auf jeden Fall vor dem anderen angereisten Berliner Verein ACB.

Unser erstes Spiel der Vorrunde hatten wir direkt gegen den vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe; HC Rostock. Die Rostocker starteten gut ins Spiel, wir hatten große Probleme damit, im Angriff zum Zug zu kommen. In der Abwehr standen wir in den 1-1 Situationen nicht gut, was ihnen viele einfache Tore ermöglichte. Schnell lagen wir mit 4 Toren hinten. Die Halbzeit brachte dann die Wende: unser Angriff funktionierte nun besser, wir brachten Flo besser ins Spiel und auch in der Abwehr standen wir klüger und konnten die gegnerischen Angriffe besser unterbinden. Durch eine starke kämpferische Leistung glichen wir aus und hatten sogar kurz vor Schluss noch die große Möglichkeit, den (höchstwahrscheinlichen) Siegtreffer zu erzielen, leider scheiterte der freie Wurf am Rostocker Keeper. Im Gegenangriff trafen die Rostocker dann in der letzten Sekunde zur für uns unglücklichen 11:12 Niederlage. Auch wenn hier am Ende mehr drin gewesen wäre: die Einstellung stimmte schon mal, gegen Rostock rechneten wir uns zugegebenermaßen auch nicht viel aus.

Im zweiten Spiel gegen den LHC Cottbus wirkten wir von Anfang an nicht wach, bekamen in der Abwehr keinen Zugriff und auch im Angriff lief nicht viel zusammen. Den schnellen Mittelmann (am Ende verdient zum besten Spieler des Turniers gewählt) bekamen wir das ganze Spiel über nicht in den Griff, sodass Cottbus ein ums andere Mal über die linke Seite abräumen und zum Abschluss kommen konnte. Einige schöne Rückraum Tore von Flo hielten uns zwar im Spiel, jedoch konnten die Cottbusser über ihre Geschwindigkeit jedes Mal schnell wieder ein Tor nachlegen, was eine erneute Aufholjagd wie gegen Rostock im Keim erstickte, auch wenn der Wille zu sehen war. Am Ende stand es 15:10 aus Cottbusser Sicht.

Uns war klar, dass für ein Weiterkommen jetzt nur noch Siege in Frage kamen, da wir die ersten beiden Spiele, zugegebenermaßen gegen die augenscheinlich stärksten Gegner in der Gruppe, verloren hatten. Als nächstes kam Leipzig, die gegen Cottbus immerhin nur mit einen Tor verloren und Kühnau eindrucksvoll mit fünf Toren Differenz besiegte. Aus den vorherigen Spielen wussten wir aber, dass wir über unsere Schnelligkeit hier einen Vorteil haben könnten.

Es folgte das für uns, im Nachhinein betrachtet, intensivste Spiel des Turniers. Von Anfang an war zu sehen, dass es ein bis zum Schluss umkämpftes Spiel werden würde. Hohes Tempo, riskante Entscheidungen, grobe Fouls auf beiden Seiten – es ging hoch her. Unser Matchplan war weiterhin klar: Flo im Rückraum in die Bewegung zu kriegen und daraus die Entscheidung treffen. Jonas leitete auf der Mitte so gut wie nie zuvor die Auslösehandlungen ein und auch die anderen gingen nun mehr Risiko, übernahmen Verantwortung. Nils machte sein bestes Spiel des Turniers, strahlte jetzt auch auf der anderen Rückraumseite mehr Gefahr aus, was seinen direkten Nebenleuten und Flo mehr Räume bot. Besonders kurz vor Schluss traf er einige wichtige Entscheidungen und erzielte auch in Unterzahl zu einem wichtigen Zeitpunkt durch puren Willen ein entscheidendes Tor. Dazu hielt Jonas im Tor überragend, darunter einige komplett freie Bälle. Auch die erste Welle über Nici und Mo kam nun ein paar Mal zum Abschluss.

Zum Schluss gewannen wir denkbar knapp, wenn auch verdient, 13:12.

Im dritten Spiel gegen den vermeintlich schwächsten Gegner der Gruppe, HSV Apolda, hofften wir, ein paar Leistungsträger schonen zu können – Spiele im Jugendhandball, die man mit dieser Einstellung beginnt, gehen jedoch gerne mal nach hinten los, wie auch (fast) in diesem Fall. Die vorherigen Ergebnisse und Spielbeobachtungen ließen uns überlegen aussehen, leider traten wir so nicht auf. Durch haarsträubende Deckungsfehler, die Apolda zu wirklich unglaublich leichten Toren kommen ließen, machten wir uns das Leben selbst schwer und plötzlich keimte bei den Gegnern dieser berühmte „Funken Hoffnung“ auf. Plötzlich führten wir nicht mehr, nach dem Unentschieden lag Apolda nun vorn, zwischenzeitlich sogar mit zwei Toren. Glücklicherweise besannen wir uns ca. fünf Minuten vor Schluss doch noch auf unsere Stärken und glichen aus, zogen im Anschuss noch bis auf drei Tore zum Endstand von 11:8 davon. Was rein vom Ergebnis hinten heraus recht sicher aussieht, war im Spiel ein riesengroßes Drama, über das wir nicht lange nachdenken wollten: nur ein Spiel Pause, dann das letzte Spiel gegen Kühnau, die mitunter beachtliche Ergebnisse vorzeigen konnten, beispielsweise ein 19:8 gegen Apolda.

Das Weiterkommen ins Halbfinale war nach den beiden Auftaktniederlagen nicht mehr realistisch, das Erreichen meines insgeheimen Ziels jedoch sehr wohl. Mit einem Sieg über Kühnau wären wir Dritter in der Gruppe und würden am nächsten Tag um Platz 5 spielen. Man merkte den Spielern die vier Spiele an, die ihnen inzwischen in den Knochen steckten: auf beiden Seiten ließ das Tempo merklich nach, dennoch hielten wir es so gut es ging hoch und holten nochmal alles raus was ging. Die Jungs kämpften bis zum Umfallen, hielten den Vorsprung von 1-2 Toren immer aufrecht, sodass am Ende ein umkämpfter 9:7 Erfolg zu Buche stand.

Damit waren alle Spiele der Vorrunde gespielt, wir sollten nun am nächsten Tag unser Spiel um Platz 5 gegen die Mecklenburger Stiere Schwerin bestreiten.

Wir nahmen uns vor, im letzten Spiel des Turniers nochmal alles zu geben und zu einem positiven Abschluss zu kommen.

Leider begannen wir sehr unkonzentriert. Im Angriff fehlte die nötige Durchschlagskraft, in der Abwehr standen wir erneut zu schlecht im 1-1, vor allem über ihren rechten Rückraum waren die Schweriner ein ums andere Mal erfolgreich, ohne dass wir die Situation lösen konnten. Im Angriff häuften sich die technischen Fehler, dazu kamen viele Zeitstrafen bei uns zusammen, sodass wir tatsächlich die meiste Zeit in Unterzahl auf der Platte standen. Zu allem Überfluss verletzte sich unser Rückraumschütze Flo unglücklich in einer Abwehraktion an der Schulter, was sofort sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr eine große Lücke riss. Nick füllte dann Flos Rolle, wie auch vorher schon im Laufe des Turnier als „Backup“ für die Rückraumleute, gut aus und kämpfte weiter. Dennoch betrug die Führung der Schweriner zwischenzeitlich 8 Tore, dies war vor allem der Unterzahl geschuldet, in der wir uns immer noch sehr häufig befanden, doch auch insgesamt waren wir nicht mehr in der Lage, auf dem gleichen Niveau mitzuspielen.

Um auch etwas Positives zu sagen; Tamino spielte als 05’er von Beginn an, zeigte ein starkes Spiel und warf ein paar schöne Tore aus dem 1-1. Nach einer zusätzlichen Daumenverletzung von Jonas kam Jan für die Mitte. Als einer von zwei 06’ern in unserem Kader ging er mutig und trotzdem mit Übersicht immer wieder in die Schweriner  Abwehr, erzielte dabei noch ein wunderschönes Tor und vertrat Jonas mit einer super Leistung mehr als gut.

Insgesamt zeigte sich auch hier der Kampfgeist der Jungs, am Ende fehlte gegen diesen Gegner aber auch schlicht die Präsenz im Rückraum, die uns ohne Flo abging.

Die Mecklenburger Stiere gewinnen auch in dieser Höhe verdient mit 24:17 im Spiel um Platz 5, womit wir bei allen Umständen zumindest leben können.

Besonders gefreut haben wir uns über die Auszeichnung von Jonas Persé als besten Torhüter des Turniers, zu dem er von den Trainern aller teilnehmenden Mannschaften gewählt wurde. Diese Trophäe hat er sich verdient, er hat das ganze Turnier über stark gehalten, besonders in den Spielen gegen Leipzig und Rostock war er überragend. Am Ende der Ostdeutschen Bestenermittlung stehen wir auf einem tollen 6. Platz, mit dem wir zufrieden sein können. Das kleine „Quäntchen Glück“ in der Vorrunde gegen Rostock hätte uns wohl sogar ins Halbfinale und damit mindestens auf Platz 4 gebracht, auf der anderen Seite ist aber auch das knappe Spiel gegen Leipzig zu unseren Gunsten ausgefallen. Das Minimalziel, das Turnier als beste Berliner Mannschaft abzuschließen, konnten wir zumindest erfüllen.

Zuletzt möchten wir uns noch bei unserem Sponsor SchreiBerlin für die Unterstützung bei der Ostdeutschen Bestenermittlung 2017 bedanken.

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European Youth Olympic Festival 2017 in Ungarn

Liebe Handballer,
Aaron Krai wurde für die männliche Jugendnationalmannschaft nominiert und reist am Freitag zu den EYOF 2017 Spielen nach Ungarn.
Wir gratulieren unserem VfL Handball-Mitglied und Füchse Jugendbundesligaspieler für diese weitere Nominierung und wünschen Aaron tolle Eindrücke und viel Erfolg mit der Nationalmannschaft.
Eure
Abteilungsleitung

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