Pokalkracher im Zeitrafen-Hagel, mit ernüchterndem Ende

Samstag, 25.11.2018, Heimspieltag – Hölle Süd.

Wieder einmal sollte der Samstag ein VfL initiiertes Handballfest werden, wieder einmal ist dies gelungen. Den Auftakt hierfür bot die Erste Frauenmannschaft, welche in einem abgeklärten Spiel, den zwei Spielklassen über ihnen agierenden Pro Sport Berlin 24, sensationell bezwingen konnte. In der Begegnung danach erwartete die Erste Männer im Tempelhof-Derby die OOS-Mannschaft der Sp.Vg Blau-Weiß 1890. Ein „ganz souverän[er]“ Sieg, wie es Blau-Weiß am Ende titulierte, war es in anderen Realitätswelten nicht – aber der Reihe nach.

Ein ausgewogener und torreicher Start beglückte die Zuschauer in der Zescher Straße. Von Beginn an wurde hochklassiger und fehlerarmer Handball gespielt, mit aggressivem Deckungsverbund auf beiden Seiten. Nach einer kurzen Schwächephase unserer Mannschaft und einem zwischenzeitlichem Spielstand von 4:6, legte Vfl-Trainer Stefan Krai die erste Grüne Karte. Die Worte fanden Anklang und unsere Männer stellten die Anzeigetafel, zur 20. Minute, auf 7:7 ein. Als sich die Gäste in Folge dazu entschieden, mehr Zeitstrafen als Tore zu sammeln, konnten wir eine vier-Tore-Führung zum 13:9 herausspielen. Zum Pausenpfiff war nun echte Derby-Stimmung in der Halle. Insgesamt sieben Zeitstrafen mussten die Unparteiischen bis dato verhängen.

Durchgang zwei machte sich gleich durch eine anhaltende Intensität bemerkbar. Die ersten zehn Minuten bescherten gleich drei Zeitstrafen, diesmal nicht nur für Blau-Weiß. Ein ineffizienteres Angriffsspiel und punktueller Strukturverlust ließ unsere Führung allerdings langsam dahinschmelzen und so gelang den Gästen zur 42. Minute der 16:16-Ausgleich. Im darauffolgenden Spielverlauf wirkte es für den Betrachter, als würden beide Teams Gefallen daran finden, die Partie im Unentschieden zu beenden. Keiner Mannschaft gelang mehr eine Akzentuierung im Angriffsspiel und ein Absetzen auf der Anzeigetafel. Der Torestand entwickelte sich über ein 19:20 und 22:21, hin zu dem 23:23 Stand – zur eigentlichen Schlusssirene. Der VfL hatte hierbei den letzten Angriff, den Jonas Beer durch eine überragende Parade des BW-Schlussmannes nicht im Tor unterbringen konnte.

Da ein Unentschieden im Pokal ein Weiterkommen zwischen den beiden Mannschaften nicht entscheidet, gab es zwei Mal, je fünf Minuten Verlängerung. Auch diese sollte über lange Strecken ausgeglichen sein, am Ende jedoch einen Sieger hervorbringen. Ab der sechsten Minute der Nachspielzeit und einer – seltenen – zwei-Tore-Führung durch Blau-Weiß, konnten unsere Männer nichtmehr zurückschlagen. So setzte ein 7-Meter Tor der Gäste in der letzten Minute den Schlusspunkt zum 26:29.

Nichtsdestotrotz bewiesen unsere Männer mit einem dünnen und körperlich durchschnittlichen Kader starke Qualitäten gegen den fünft-platzierten der aktuellen Oberliga-Ostsee-Spree Saison. Auch kann man diese Partie als Bewährungsprobe für einen möglichen Aufstieg sehen und sie kann Selbstvertrauen bei den Spielern schaffen, dass man sich auch eine Liga höher noch mit breiter Brust beweisen kann.

Bester Lichtenrade-Werfer wurde Jonas Beer mit elf Toren.

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Veröffentlicht in Handball News.