Pokalkrimi in Buckow

Nach einem Freilos in Runde eins des Pokals ging es für unsere zweite Männermannschaft nun in der zweiten Runde nach Buckow.

Buckow, letzte Saison aus der Stadtliga abgestiegen, war auch ein Gegner in der Vorbereitung und man konnte ansatzweise abschätzen, was auf einen zukommt.

Unsere Mannen gecoached von Kevin Rieck und Christian Colditz bekamen die Maßgabe Tempo zu machen und wie so oft angemahnt,  System zu spielen.

So sahen die ersten 10 Minuten ordentlich aus, auch wenn die Abwehr immer wieder zu löchrig war. Es waren die Seitwärtsbewegungen und das fehlende zuschieben, wodurch die Gastgeber immer wieder zu Torabschlüssen kamen. Lendrats Paraden war es zu verdanken, dass man die ersten 16 Minuten immer wieder mit 2 Toren führte.

Obwohl es im Angriff unserer Mannen lief und man immer wieder gute Chancen erarbeiten konnte, wussten die Buckower nahezu immer eine Antwort. So nutzten sie oft den rumänischen Wechsel von „Schulle“ und Deutschendorf wie auch Gericke, um mit schnellen Umschaltspiel die Abwehr auseinanderzureißen.

Und trotzdem waren es die Gastgeber die in der 27. Minute die Auszeit nahmen, nachdem der Toptorschütze des Abends Nakic zum 13:16 einnetzte. Die Trainer Rieck und Colditz sprachen abermals die schlechte Deckungsarbeit an. Es wurde wesentlich mehr Aggressivität gefordert.

Gerade weil diese Aggresivität weiterhin fehlte, ging man letztlich nur mit einem Tor Führung in die Pause. Die beiden Trainer konnten eigentlich nur wiederholen, wozu sie schon die gesamte erste Halbzeit aufriefen. In der Abwehr besser verschieben und aggressiver decken.

Die zweite Hälfte fing erst mal vielversprechend an. Man ging nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich wieder mit zwei Toren in Führung. Abermals konnte man sich wieder nicht absetzten und man ließ Buckow immer besser ins Spiel kommen. Unseren Mannen wurden so auch immer aufgeregter und kamen einfach nicht dazu hinten den Kasten dicht zu machen. Auch in Hälfte zwei war es wiederholt Schlussmann Lendrat zu verdanken, dass die Gastgeber nicht vollends davon zogen.

Es kam zur Umstellung in der Deckung. Gericke blieb nun dauerhaft auf dem Feld und wechselte nicht mehr rumänisch, sodass er mit „Schulle“ zusammen den Mittelblock bildete.  Die Abwehr konnte zwar ab da die Angriffe der Buckower in die Länge ziehen und das ein oder andere Tor verhindern, aber der Gastgeber zog immer weiter davon, da man im Angriff zu oft den Ball hergab.

Bei einem Zwischenstand von 30:25 glaubte von den Außenstehenden wohl keiner mehr, an eine positive Wende. Die Abwehr wurde nun endlich wesentlich bissiger doch auch in Minute 57 lagen die Gastgeber mit 4 Toren in Front. Jetzt setzte die Deckung noch mal einen drauf und unsere zweite Männer schaffte es mit Manndeckung  und einem drei-Torelauf auf eine Tor zu verkürtzen und in der 59. Minute in Ballbesitz zu kommen.

Es hieß nun  volles Risiko gehen. Coach Rieck nahm den Torwart heraus und brachte mit Deutschendorf den siebten Feldspieler. Kurtz spielte einen Wechsel mit Pigeon der über links kam und den Abschluss suchte, welcher allerdings vom Buckower Schlussmann abgewehrt werden konnte. Wo einige Spieler sich damit abfanden, dass eine Aufholjagd unbelohnt blieb, setzte Pigeon nach, rannte zum Ball, der zur rechten Seite abprallte und sprang in den Kreis um sich den Abpraller zu sichern. Er konnte nicht zum Wurf kommen, da der Verteidiger der Gastgeber sich das Spielgerät greifen konnte. Was dem Schiedsrichter zum Glück auffiel, der Verteidiger stand dabei im Raum! Somit gab es Siebenmeter. Nakic übernahm Verantwortung und verwandelte zum 32:32.

Das hieß Verlängerung. Aufgrund der Seltenheit für einige Spieler und Trainer kam noch mal die Nachfrage zum aktuellen Modus. Zwei mal 5 Minuten mit einer Minute Pause. Bei Gleichstand folgt eine zweite Verlängerung. Worauf nach Gleichstand ein Siebenmeterwerfen folgt.

Und nun lieferte unserer Zweiten Mannschaft eine wesentlich konzentriertere Abwehrarbeit sowie sauber ausgespielte Angriffe ab. Auch wenn Buckow in der 68. Minute noch einmal mit einem Tor herran kam, gaben unsere Männer das Spiel nicht mehr her.

Am Ende stand ein 36:39 nach erster Verlängerung. Wenn die zweite Männer wie schon gegen Pankow diese Energie der letzten Minuten doch einfach mal von Anfang an zeigt und schon wesentlich früher in der Abwehr zuschiebt, dann müssten Trainer, Spieler und Zuschauer nicht immer mit einem Puls von 180 zuschauen.

Unterm Strich steht zwar ein auch etwas glücklicher aber vor allem hart erkämpfter Sieg. Es war ein wahrer Krimi.
Jeder einzelne darf bei diesem Spiel auf sich stolz sein und hat seinen Teil dazu beigetragen, damit ein positives Ende möglich wurde.

Die nächste Partie steht am 19.10. auf dem Plan. Dort geht es gegen CHC II in der vertrauten HölleSüd.

Bis dahin verbleiben wir mit sportlichen Grüßen

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Veröffentlicht in Handball News.