Ultras Lichtenrade peitschen die Erste Männer zum Sieg

Derbytime in der Hölle Süd. In eisiger Halle (aufgrund ausgefallener Heizung) und trotzdem explosiver Stimmung konnte die Erste Männermannschaft endlich die ersten zwei Punkte der OOS-Saison einfahren. Normalerweise sollten die Tegler in ihren nördlichen Breitengraden kühlere Temperaturen gewohnt sein, jedoch nicht an diesem Abend. Die „Eishölle-Süd“ bot für die Gäste nichts weiter als eine Machtdemonstration, sowohl auf der Tribüne, als auch auf dem Feld.

Die wohl beste Fanleistung, die diese Liga gesehen und gehört hat, stimmte unsere Männer schon früh auf das Spiel ein. Nach bisher unglücklichem Auftreten konnten wir aus neun Spielen nur einen einzigen Punkt holen. Zwar wurden die Leistungen nach und nach besser, doch gab es zuletzt, in Altlandsberg, eine deutliche Niederlage. Auch die Ausfälle von Leistungsträgern plagen die Mannschaft weiter. Patrick Schillkowski wird nun abermals für geraume Zeit ausfallen und Jonas Beer, der diese Saison nur unzufriedenstellend, sporadisch spielen konnte, erkrankte vor dem Wochenende und stand gegen Tegel nicht zur Verfügung.

Die ausgedünnte Personalsituation hat man im Spiel zu keinem Zeitpunkt gemerkt. Hauptsächlichen Anteil daran haben die Ultras Lichtenrade, die durchgängig den achten Mann stellten und die Unsicherheit in Tegler Köpfe brachten. Durch technische Fehler der Gastmannschaft und einer fulminanten, mobilen Lichtenrade-Abwehr waren die Tegler-Tagträume, im Süden etwas mitzunehmen, schon früh zerplatzt. Auf einen 4:0-Lauf folgte ein 4:1-Lauf und zur 12. Spielminute zeigte die Tafel 8:1. Auch wenn sich die Torsituation im weiteren Spielverlauf ausgeglichener gestaltete, so spielte unsere Mannschaft die Partie kühl von vorne zu Ende. Vor allem Anton Buschkow bewies sich in der ersten Halbzeit als treffsicher und verhalf zum 16:8-Halbzeitstand. Auch unsere Gäste aus dem Norden spielten eine kühle Partie und lagen zur 41. Spielminute zwischenzeitlich mit elf Toren hinten. Tim Ehmke war es, der den Spielstand auf 24:13 brachte. Im letzten Drittel ließ Männer-Trainer Stefan Krai dann ein Paar A-Jugend Spieler Praxis sammeln, wodurch Nico Runge zu seinen ersten zwei Toren in der Männer Oberliga-Ostee-Spree kam. Den Teglern gelang es den Spielstand etwas zu marginalisieren, spannend wurde es aber nicht mehr. Der Endstand zeigte ein 31:25.

Im Nachhinein mag die Dominanz an diesem Tag zu einer Menge Selbstvertrauen verhelfen. Klar ist aber auch, dass, wenn man einen zugegeben frühen Blick auf das Rückspiel wirft, Tegel ganz und gar kein Selbstläufer ist. Die vergangene Saison in Tegel oder das letzte Spiel in Altlandsberg haben gezeigt, dass man selbst, schnell unter die Räder kommen kann. Zu einer solchen Leistung gehört Aufopferungswillen, Bereitschaft und Konzentration. Die folgenden Spiele offenbaren alle Punktepotenzial, dazu muss aber die Fokussierung konserviert werden. Bevor es zum Derby der Derbys, am 30.11 (19:15 Uhr), zum BFC Preussen geht, wartet der erste Pokalgegner auf die Erste Männer. Die Verbandsligamannschaft der SG Hermsdorf Waidmannslust empfängt uns am Sonntag (24.11) um 18:00 Uhr in ihrer Halle.

Klimawandel erfolgreich genutzt, Zwote schlägt SSG Humboldt 30:21

Die meisten Menschen denken bei der Klimadebatte an den tropischen Regenwald, an Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge und den Autoverkehr. Dass der Klimawandel auch ganz unmittelbare Folgen für den Amateurhandball vor der Haustür hat, ist hingegen in der breiten Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt. Daran soll dieser Bericht etwas ändern.

Wir begeben uns nach Berlin-Lichtenrade, in die “Hölle Süd”. So heißt die Spielhalle des dortigen VfL Lichtenrade. Nun denken viele Menschen bei “Hölle” an unerträgliche Hitze und bei “Süd” zumindest an warme Temperaturen. Doch wer sich am vergangenen Samstag zu diesem Brennpunkt des Südberliner Handballs begab, sah sich bald getäuscht. Eisige Kälte empfing ihn in der ansonsten gut gefüllten Halle.

Nun ist es Kennern der Berliner Handballszene schon länger bekannt, dass die Duschen der “Hölle Süd” bei wärmster Einstellung Wasser mit etwa 12,5 Grad spenden. Diese Maßnahme sollte bei den zunehmend subtropischen Sommertemperaturen für Abkühlung bei den nassgeschwitzten Handballern sorgen. In der kühleren Jahreszeit hingegen ist dieser Effekt unerwünscht und so griff man zu einer List. Statt die Temperatur der Duschen zu erhöhen, wurde kurzerhand die Heizung im Rest der Halle deaktiviert. Das Kalkül dahinter: Zum Einen deutliche Energieeinsparung, zum Anderen sollten die Sportler das Wasser nach dem Spiel als warm empfinden.

Bereits beim Spiel der ersten Männermannschaft stellte sich diese Maßnahme als Volltreffer heraus. Beim ersten Sieg der Saison wurde der VfL Tegel eiskalt aus der Halle gefegt.

Nun stand also Lichtenrades zweite Männermannschaft der SSG Humboldt gegenüber. Beide Mannschaften präsentierten sich ersatzgeschwächt, wobei auf Lichtenrader Seite besonders das Fehlen von Kapitän Jonas ins Gewicht fiel. Um die durch regelmäßiges hartes Training ausdefinierten Körper der Athleten nicht sehr zu erhitzen, wurde das Aufwärmprogramm auf 30 Minuten reduziert. Und so konnte kurz nach 20 Uhr das Spiel beginnen. Lichtenrade legte schnell durch Jordan und Pascal auf 3:0 vor, um dann nach knapp 5 Minuten die ersten Gegentreffer zu kassieren. Im Angriff tat man in der Folge dem gegnerischen Torhüter den Gefallen, ihn mit einer “Oben-rechts-oben-links”-Folge in seiner Komfortzone auch nach Anpfiff noch weiter einzuwerfen, streute jedoch auch erfolgreiche Abschlüsse ein. Die Abwehr, die sich nun zunehmend zum Qualitätsfaktor entwickelt, stand weitestgehend sicher, störte die Abläufe des Gegners gut und zwang ihn zu teilweise erfolgreichen Einzelaktionen. In der Summe jedoch gestaltete sich das Spiel bis etwa Mitte der ersten Halbzeit ausgeglichen. Als beide Mannschaften drohten, warm zu werden, eilte ihnen ein technisches Problem zuhilfe. Durch einen Wackelkontakt war die Verbindung vom Pult zur Anzeigetafel gestört. Es kam zu einer längeren Unterbrechung, die den Spielern ausgiebig Gelegenheit zur Abkühlung bot. Der Rest der ersten Halbzeit musste nun ohne korrekte Zeit auf der Tafel fortgesetzt werden. Mit 12:10 für die Hausherren ging es in die Pause.

Die Halbzeitanalyse war naheliegend. Es wurde entschieden, dass die Hände des gegnerischen Keepers nun ausreichend warm sein mussten und Gastfreundschaft im Sport auch irgendwann mal Grenzen hat. Zudem wurde in Aussicht gestellt, der Gegner könne angesichts der dünnen Besetzung müde werden, was mit schnellem Spiel genutzt werden könnte. Die Technik konnte derweil wieder instand gesetzt werden und so war in der zweiten Halbzeit wieder alles, wie es sein sollte.

Weiter also! Der Gegner kam letztmals beim 13:12 nach 3:30 Minuten auf Tuchfühlung, ließ dann jedoch bald abreißen. Unsere Zweite nutzte zwei Überzahlspiele, um sich zunächst auf 20:15 abzusetzen. in den letzten 10 Minuten war dann der Bann gebrochen. Gehaltene Bälle wurden zu schnellen Kontern und im Positionsangriff durften sich noch einige Spieler in die Torschützenliste eintragen. Der insgesamt starke Jordan machte praktisch mit dem Schlusspfiff die 30 voll, Endstand 30:21 für die Hausherren.

Im Anschluss durften sich die Spieler in der Dusche unter molligen 12,5 Grad aufwärmen. Sportlich gesehen hat die Mannschaft sich mit diesem Ergebnis nun erst einmal im oberen Drittel der Tabelle festgesetzt. Interessant hierbei ist, dass dieses Mal ganz andere Spieler mit vielen Toren auszeichnen konnten als am vorherigen Spieltag. Ein Indiz für eine gute Leistungsbreite im Kader. Am kommenden Wochenende pausiert der Ligabetrieb und es geht im Pokal auswärts zum Tabellennachbarn CHC.

 

Schulleit, Degen (1), Zillmer, Bluhm (2), Gericke (1), Hofemeister (1), Seibt, Freis (7), Pigeon (11), Braun (7, davon 3 Siebenmeter).

Tor: Köppe, Löscher.

Trainer: Rieck, Colditz

Halbzeitbilanz Hinrunde mD1

Nach einer erfolgreichen Vorbereitung startete unsere Saison mit dem ersten Pokalspiel am 06.09.2019 bei der JSG Neukölln. Wir traten mit einer fast vollen Bank an und spielten von Anfang an stark auf, sodass wir uns schon nach 3:38 mit 0:5 und nach 8:01 mit 1:11 absetzen konnten und mit einem 6:21 in die Halbzeit gingen. Kaum war die Pause zu Ende legten wir wieder alle los. So konnten wir gut 10 Minuten vor Ende erstmals mit 20 Toren in Führung gehen (9:29). Souverän weiterspielend bauten wir den Vorsprung noch etwas aus und gewannen letztendlich 13:37. Jeder Spieler hatte mindestens ein Tor dazu beigetragen (Timon T. 1, Finley B. 2, Julian R. 1, Johannes L. 1, Finn L. 1, Linus M. 1, Joel B. 4, Felix L. 10, Jannik B. 2, Sören M. 6, Jonathan W. 5, Leonard D. 2, Oscar G. 1). So standen wir jetzt im Achtelfinale.

Eine Woche später ging es in der Hölle Süd im ersten Punktspiel gegen die SG Hermsdorf-Waidmannslust. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit ging es mit 15:13 in die Pause. In der Halbzeitpause aufgewacht spielten wir dann in der zweiten Halbzeit richtig stark auf und gewannen am Ende 31:15 (zweite Halbzeit: 16:2).

Kaum lag das erste Punktspiel hinter uns, ging es am 21.09.2019 zur SG OSF. Nach 20 umkämpften Minuten ging es mit 14:16 in die Halbzeit. Nach ca. 5 Minuten fingen wir dann an uns abzusetzen und gewannen das Spiel dann doch noch deutlich mit 20:30.

Nächste Woche, nächstes Heimspiel. Es ging gegen die uns aus dem Pokal bekannte Mannschaft der JSG Neukölln. Nach einer größtenteils guten ersten Halbzeit, gingen wir mit 20:13 in die Pause. Gut erholt kamen wir aus der Kabine und spielten das Spiel souverän zu Ende (Endstand 36:20).

So gingen wir mit vier Siegen aus vier Spielen in die Herbstferien.

Nach der Pause starteten wir unsere Spielphase wieder im Pokal. Diesmal allerdings zu Hause in der Hölle Süd und mal wieder gegen die SG Hermsdorf-Waidmannslust. An die solide zweite Halbzeit des Punktspiels anknüpfend, dominierten wir die erste Halbzeit des Spiels über weite Teile und gingen mit 18:12 in die Pause. Die zweite Halbzeit schwach beginnend konnten wir unseren Vorsprung trotzdem bis ca. 11 Minuten vor Ende auf sechs Toren halten (22:16). Anschließend wieder richtig stark aufspielend, schafften wir es aber doch noch, das Spiel deutlich mit 31:20 zu gewinnen. Viertelfinale!

Zu unserem zweiten Auswärtsspiel der Liga ging es eine Woche später zur Sp.Vg. Blau-Weiß 1890, dem zu der Zeit dritten der Liga. Mit viel Engagement ging es ins Spiel. Dieses gestaltete sich über weite Strecken sehr ausgeglichen und wir gingen letztendlich mit einem Tor vor in die Pause (14:15). Nach der Halbzeitpause ging es gegen eine starke Heimmannschaft ähnlich weiter. Bei  33:31 konnten wir uns dann einen 5 Tore Vorsprung (18:23) erarbeiten. Suverain zu Ende spielend, haben wir das Spiel dann letzten Endes auch wegen der exzellenten Unterstützung unserer Fans, die die Hölle Süd mit zu Blau-Weiß brachten, 21:25 gewonnen.

Weiter geht es dann am 17.11.2019 in der Hölle Süd gegen die SG NARVA Berlin. Wir hoffen das viele von euch wieder den Weg finden und uns weiterhin so gut unterstützen.

Janis Wedewardt

Zwischenbilanz des Trainers!

Die Punktesituation ist natürlich nicht befriedigend. Die Mannschaft war zu Beginn der Saison durch Verletzungen ziemlich gebeutelt.

Die Situation hat sich nur bedingt verbessert, da einige Spieler mit Verletzungen spielen, andere diese Saison gar nicht mehr (Patti). Danke an die Spieler, die trotz der Verletzungen spielen und damit natürlich auch ihre Verbundenheit mit unserem Verein  zeigen.

Wir sind noch nicht vollkommen angekommen in der OOS. Trotz des besten Spiels seit Jahren gegen Usedom in der Hölle Süd schaffen wir es nicht konstant unser Spiel über 60 Minuten zu realisieren.

Hier müssen wir schnell besser werden, dann werden auch Punkte folgen.

Hoffentlich heute schon im Kellerduell gegen unsere Freunde aus Tegel.

Die Mannschaft trainiert gut und intensiv, muss sich aber auch bei den Punktspielen belohnen.

Mit Euch tollen Fans sollte es doch klappen, wir bleiben positiv und schauen was am Ende heraus kommt.

Euer

Stefan Krai

1. Damen weiterhin ungeschlagen!

Unser Gegner am Sonntag den 10.11.2019 war diesmal der TSV Tempelhof-Mariendorf. Die Zeichen auf einen klaren Sieg standen gut, denn es Spielte der Ligaprimus (wir) gegen einen TSV der noch keine Punkte sammeln konnte in dieser Saison. Dennoch konnte TSV Tempelhof-Mariendorf schon den einen oder anderen Gegner ärgern weshalb auch wir uns konzentriert warm gemacht haben und den Gegner nicht unterschätzten.

Die Taktik hieß  1. und 2. Welle konsequent laufen und einen schnellen Abschluss erzielen.  Dieser Plan ging auf jeden Fall sehr gut auf und die Mannschaft setzte alle Ansagen gut bis sehr gut um. Schnell konnten wir uns mit 5:1 absetzen und spielten ideenreich vorne unseren Schuh runter. Laufbereitschaft, Wille, Teamgefühl, es war alles gegeben und machte auch beim Zuschauen schon Spaß.

Nun wurde aber auch der TSV Tempelhof-Mariendorf etwas stärker und wollte uns ein bisschen in Bedrängnis bringen. Dies schaffte er auch nur bedingt, kam aber dennoch auf 2 Zähler wieder ran. Unsere Mädels merkten schnell, dass sie nun eine Schippe drauf legen mussten und taten dies auch eindrucksvoll.

In der 21. Minute war der Spielstand bereits 15:9 und in keiner Sekunde konnte uns der Gegner spielerisch gefährlich werden. Hier ist die Betonung auf Spielerisch zu setzen (wichtig), denn was in den nächsten 5-9 Minuten passierte war nur noch mit Kopfschütteln zu betrachten.

Fall 1: TG unsere Mädels, Lea rennt quasi alleine aufs Tor, springt ab und es gibt den Griff von hinten in den Arm. Ball geht zwar rein aber Lea fällt voll aufs Gesicht und kann von Glück reden, dass sie noch alle Zähne hat. Eine Entschuldigung gab es nicht! Ergebnis: Blut und Lea musste raus.

Fall 2: Maddi kriegt einen Genialen Pass von der Mitte, es entsteht ein riesen Raum auf Links. Maddi will durch, natürlich wird sie von hinten angegangen und fällt aufs Bein. Ergebnis: Blut und Maddi musste raus.

Fall 3: Exakt 2  Minuten später erwischte es Vivi (TW). Aus einem Winkel, den nicht mal Uwe Gensheimer nehmen würde, flackt die Dame von LA unserer Torhüterin voll ins Gesicht, es gab zwar eine Entschuldigung aber was dachte sich die Schützin dabei, denn ein Dreher konnte man jetzt nicht erwarten! Ergebnis: Blut aufm Feld und Vivi musste raus.

Nun gut, es bringt ja nichts sich zu beschweren. Einmal mehr rückte die Mannschaft in dieser Situation enger zusammen und der Trainer hörte hinter sich: „ich kann ins Tor für Vivi bis sie wieder kann“. Wer stand mit einem Lächeln im Gesicht da? Na klar, Uli natürlich. Uli als TW ist schon kurios anzusehen dennoch hielt sie 3 von 5 würfen und vertrat unsere bis dato richtig gute Vivi eindrucksvoll.

Halbzeitstand 20:12

Die nächsten 30 Minuten (alle wieder fit) waren eine Machtdemonstration unserer Mädels! TSV Tempelhof-Mariendorf schaffte nur 8 Tore in der 2. Halbzeit und wir hingegen warfen 19.

Endstand 39:20 für den VFL!

Nach 5 Spielen stehen wir weiterhin auf Platz 1 der Tabelle ohne Niederlage und mit einer Tordifferenz die schon fast unheimlich ist 175:90. In dieser Saison, so scheint es bis jetzt, sind wir selber unser Stärkster Gegner. Wichtig ist es nicht arrogant zu werden und jedes Spiel als Endspiel zu betrachten um unser großes Ziel Aufstieg nicht zu gefährden. Jeder sollte diese Situation genießen, wertschätzen und dafür kämpfen, dass es nicht aufhört. Nächste Woche geht’s gegen die Füchse!

Schützen: Luisa 10, Berna 6, Uli u. Lisa 5, Maddi u. Lea 4, Josi 3, Saskia 2

 

Zwote Auswärts bei AJAX NEPTUN II siegt mit 21:24

Samstagabend zu 18:15 Uhr ging es für unsere zweite Vertretung zum Auswärtsspiel in Adlershof (oder ist das schon Spindlersfeld?) in die schöne Handballhalle von AJAX-NEPTUN. Der Gegner war als Aufsteiger unseren Jungs noch nicht bekannt und so versuchte man, sich vor dem Spiel aus den Ergebnissen der Vorwochen und den sich aufwärmenden Spielern auf der andere Seite einen Reim darauf zu machen, was uns da wohl erwarten würde. Nach der Papierform hatte sich der Gegner deutlich besser gegen die beiden Teams gewehrt, gegen die wir bereits knusprige Pleiten kassiert hatten und gegen die eine oder andere Mannschaft, die wir in hitzigen Spielen knapp besiegt hatten, konnte AJAX deutlichere Siege einfahren. Alles in allem also wenig Gründe, die Aufgabe beim Liga-Neuling zu unterschätzen.

Neben den Langzeitverletzten mussten wir am Spieltag noch kurzfristig auf das Herz unserer Abwehr verzichten, konnten aber ansonsten breit besetzt auflaufen.

Erster Akt: Die 1. bis 27. Minute.

Die Deckung steht offensiv und gut, der Torhüter hält was er muss und noch ein bisschen mehr. Im Angriff wird hoher Aufwand betrieben, mit allerdings recht geringer Fehlerquote und wäre der gegnerische Torhüter nicht bei Außenwürfen besonders kompetent, so wäre vielleicht in der frühen Phase ein nennenswertes Absetzen möglich gewesen. Immerhin, bis auf 4 Tore kommen wir weg, Gegner findet wenig Mittel aus dem Spiel heraus, bleibt aber durch manche erste und zweite Welle im Spiel.

Zweiter Akt: Die 27. Minute bis zum Pausenpfiff.

Es scheint also alles so einigermaßen in die richtige Richtung zu laufen, da gibt es einen berechtigen Siebenmeter gegen uns und eine Hinausstellung von Nick. Kann passieren. Der Siebenmeter sitzt. Bei 3 vor, gut 2 Minuten bis zur Pause und Unterzahl entscheidet sich Trainer Kevin, Torhüter Kilian gegen einen sechsten Feldspieler rauszunehmen. Kann man machen. Der schnellere Chris steht für den Rückwechsel bereit. Der Angriff geht schief, der Wurf des gegnerischen Torhüters auf das leere Tor trifft nur den Pfosten. Gut. Neuaufbau, wieder mit 6 Angreifern. Wieder geht der Angriff schief, der Gegenangriff bringt AJAX auf 2 heran. Noch ein Angriff mit 6 Spielern, auch dieser geht schief, der gegnerische Torhüter trifft erneut das leere Tor nicht. Alles gut? Nein. Ein Pfiff, Diskussionen, Durcheinander, verschiedenen Meinungen, mit jeder verstreichenden Sekunde fällt es schwerer, den Ablauf zu rekapitulieren. Doch das Schiedsrichtergespann setzt letztlich den Hinweis des Kampfgerichts um: Wechselfehler, 2 Minuten gegen André. Und Kevin erhält eine gelbe Karte, wegen des berühmten einen schlauen Kommentars zu viel. Wir wurschteln uns ohne weiteres Gegentor in die Pause.

Dritter Akt: Halbzeit bis zur 35. Minute

In der Halbzeit müssen wir uns noch einmal zusammenreißen und uns daran erinnern, dass das Spiel bis vor wenigen Minuten eigentlich ganz gut in unsere Richtung lief. Es heißt also, den Fokus wieder finden, zunächst einmal in Unterzahl. Nun, dem aufmerksamen Leser dieses Berichts wird es noch in Erinnerung sein, dass unsere Zweite drei Minuten vor Schluss der ersten Halbzeit mit 4 vor lag.  Und genau diese Zweite liegt nun nach gut fünf gespielten Minuten in der 2. Halbzeit mit 2 hinten, hat in dieser Phase nur ein Tor durch Siebenmeter zu vermelden. Einige der mitgereisten Unterstützer meinen gar, dieser Blackout nach der Pause sei ein Markenzeichen unserer Zweiten.

Vierter Akt: Von der 36. Minute bis zum Schluss.

Apropos Markenzeichen: wir hätten da noch zwei weitere im Angebot. Das eine ist die Zuverlässigkeit von Nick am Siebenmeterpunkt. Genau so einen gibt es in der 36. Minute, verbunden mit einer Zeitstrafe für den Gegner. Das andere Markenzeichen unserer Jungs in dieser Saison ist die Fähigkeit, sich in enge Spiele hineinzuarbeiten, die Konzentration zu behalten und unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und genau dieses Markenzeichen kommt nun zum Zuge. Völlig unbeeindruckt von der zwischenzeitlich aufkommenden guten Stimmung auf der gegnerischen Bank ziehen unsere Spieler nun ihre Kreise, sachlich und konzentriert in der Abwehr, geduldig im Angriff. Zwar gehen etwa ab Mitte der zweiten Halbzeit zunehmend die Ideen aus, gefühlt jeder zweite Angriff wird vom Schiedsrichtergespann passiv gesehen, doch dann sind die Einzelaktionen von etwa Justin, Julian oder Tim gut entschieden und erfolgreich. Der Trainer hat in diesen Phasen die Tendenz, nur vorsichtig zu wechseln, das schmerzt bei manchen motivierten Spielern auf der Bank, doch es hat Erfolg. Neun Minuten vor Schluss sind es dann erstmals wieder 4 Tore Abstand für unsere Männer, AJAX kommt bis zum Schluss nicht mehr richtig ran. Endstand 21:24.

Insgesamt eine Leistung, die man als „erwachsen“ bezeichnen kann. Fehlerquote relativ gering, Abwehrverbund seht stabil, im Angriff eine Energieleistung gegen eine gute Abwehr mit starkem Torhüter.

Bonustracks & Outtakes:

Outtake 1: Nick verwirft in der 56. Minute zum ersten Mal in dieser Saison einen Siebenmeter. Er ist aber weiterhin in dieser Disziplin mit Abstand führend in der Liga.

Bonustrack 1: Chris, mit wenig Einsatz aber durchgehend wertvoller Werferanalyse und moralischer Unterstützung kommt zum letzten Siebenmeter des Gegners wieder rein und hält sehenswert.

Outtake 2: Der starke Torhüter von AJAX ist noch nach Abpfiff im Wettkampfmodus, verweigert den Handschlag mit unserem Trainer und äußert sich unsportlich. Seine Mitspieler beruhigen ihn.

Bonustrack 2: Das sehr gute Schiedsrichtergespann lädt nach dem Spiel zur Nachbesprechung, erklärt Entscheidungen, ist offen für Diskussionen. Das ist stark.

Unsere Zweite orientiert sich jetzt schon wieder ein wenig nach oben, zumal Hermsdorf-Waidmannslust gegen Rudow verliert. Platz vier ist die erfreuliche Momentaufnahme. Dass wir dort zurecht stehen, müssen wir im kommenden Heimspiel gegen die SSG Humboldt unter Beweis stellen.

Aufstellung:

Ben, Julian (4), Willi (2), Felix (1), Justin (7), Tim (1), André, Jonas, Jordan (2), Pascal, Nick (7, davon 5 7Meter), Tor: Kilian