Zwote Auswärts bei AJAX NEPTUN II siegt mit 21:24

Samstagabend zu 18:15 Uhr ging es für unsere zweite Vertretung zum Auswärtsspiel in Adlershof (oder ist das schon Spindlersfeld?) in die schöne Handballhalle von AJAX-NEPTUN. Der Gegner war als Aufsteiger unseren Jungs noch nicht bekannt und so versuchte man, sich vor dem Spiel aus den Ergebnissen der Vorwochen und den sich aufwärmenden Spielern auf der andere Seite einen Reim darauf zu machen, was uns da wohl erwarten würde. Nach der Papierform hatte sich der Gegner deutlich besser gegen die beiden Teams gewehrt, gegen die wir bereits knusprige Pleiten kassiert hatten und gegen die eine oder andere Mannschaft, die wir in hitzigen Spielen knapp besiegt hatten, konnte AJAX deutlichere Siege einfahren. Alles in allem also wenig Gründe, die Aufgabe beim Liga-Neuling zu unterschätzen.

Neben den Langzeitverletzten mussten wir am Spieltag noch kurzfristig auf das Herz unserer Abwehr verzichten, konnten aber ansonsten breit besetzt auflaufen.

Erster Akt: Die 1. bis 27. Minute.

Die Deckung steht offensiv und gut, der Torhüter hält was er muss und noch ein bisschen mehr. Im Angriff wird hoher Aufwand betrieben, mit allerdings recht geringer Fehlerquote und wäre der gegnerische Torhüter nicht bei Außenwürfen besonders kompetent, so wäre vielleicht in der frühen Phase ein nennenswertes Absetzen möglich gewesen. Immerhin, bis auf 4 Tore kommen wir weg, Gegner findet wenig Mittel aus dem Spiel heraus, bleibt aber durch manche erste und zweite Welle im Spiel.

Zweiter Akt: Die 27. Minute bis zum Pausenpfiff.

Es scheint also alles so einigermaßen in die richtige Richtung zu laufen, da gibt es einen berechtigen Siebenmeter gegen uns und eine Hinausstellung von Nick. Kann passieren. Der Siebenmeter sitzt. Bei 3 vor, gut 2 Minuten bis zur Pause und Unterzahl entscheidet sich Trainer Kevin, Torhüter Kilian gegen einen sechsten Feldspieler rauszunehmen. Kann man machen. Der schnellere Chris steht für den Rückwechsel bereit. Der Angriff geht schief, der Wurf des gegnerischen Torhüters auf das leere Tor trifft nur den Pfosten. Gut. Neuaufbau, wieder mit 6 Angreifern. Wieder geht der Angriff schief, der Gegenangriff bringt AJAX auf 2 heran. Noch ein Angriff mit 6 Spielern, auch dieser geht schief, der gegnerische Torhüter trifft erneut das leere Tor nicht. Alles gut? Nein. Ein Pfiff, Diskussionen, Durcheinander, verschiedenen Meinungen, mit jeder verstreichenden Sekunde fällt es schwerer, den Ablauf zu rekapitulieren. Doch das Schiedsrichtergespann setzt letztlich den Hinweis des Kampfgerichts um: Wechselfehler, 2 Minuten gegen André. Und Kevin erhält eine gelbe Karte, wegen des berühmten einen schlauen Kommentars zu viel. Wir wurschteln uns ohne weiteres Gegentor in die Pause.

Dritter Akt: Halbzeit bis zur 35. Minute

In der Halbzeit müssen wir uns noch einmal zusammenreißen und uns daran erinnern, dass das Spiel bis vor wenigen Minuten eigentlich ganz gut in unsere Richtung lief. Es heißt also, den Fokus wieder finden, zunächst einmal in Unterzahl. Nun, dem aufmerksamen Leser dieses Berichts wird es noch in Erinnerung sein, dass unsere Zweite drei Minuten vor Schluss der ersten Halbzeit mit 4 vor lag.  Und genau diese Zweite liegt nun nach gut fünf gespielten Minuten in der 2. Halbzeit mit 2 hinten, hat in dieser Phase nur ein Tor durch Siebenmeter zu vermelden. Einige der mitgereisten Unterstützer meinen gar, dieser Blackout nach der Pause sei ein Markenzeichen unserer Zweiten.

Vierter Akt: Von der 36. Minute bis zum Schluss.

Apropos Markenzeichen: wir hätten da noch zwei weitere im Angebot. Das eine ist die Zuverlässigkeit von Nick am Siebenmeterpunkt. Genau so einen gibt es in der 36. Minute, verbunden mit einer Zeitstrafe für den Gegner. Das andere Markenzeichen unserer Jungs in dieser Saison ist die Fähigkeit, sich in enge Spiele hineinzuarbeiten, die Konzentration zu behalten und unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und genau dieses Markenzeichen kommt nun zum Zuge. Völlig unbeeindruckt von der zwischenzeitlich aufkommenden guten Stimmung auf der gegnerischen Bank ziehen unsere Spieler nun ihre Kreise, sachlich und konzentriert in der Abwehr, geduldig im Angriff. Zwar gehen etwa ab Mitte der zweiten Halbzeit zunehmend die Ideen aus, gefühlt jeder zweite Angriff wird vom Schiedsrichtergespann passiv gesehen, doch dann sind die Einzelaktionen von etwa Justin, Julian oder Tim gut entschieden und erfolgreich. Der Trainer hat in diesen Phasen die Tendenz, nur vorsichtig zu wechseln, das schmerzt bei manchen motivierten Spielern auf der Bank, doch es hat Erfolg. Neun Minuten vor Schluss sind es dann erstmals wieder 4 Tore Abstand für unsere Männer, AJAX kommt bis zum Schluss nicht mehr richtig ran. Endstand 21:24.

Insgesamt eine Leistung, die man als „erwachsen“ bezeichnen kann. Fehlerquote relativ gering, Abwehrverbund seht stabil, im Angriff eine Energieleistung gegen eine gute Abwehr mit starkem Torhüter.

Bonustracks & Outtakes:

Outtake 1: Nick verwirft in der 56. Minute zum ersten Mal in dieser Saison einen Siebenmeter. Er ist aber weiterhin in dieser Disziplin mit Abstand führend in der Liga.

Bonustrack 1: Chris, mit wenig Einsatz aber durchgehend wertvoller Werferanalyse und moralischer Unterstützung kommt zum letzten Siebenmeter des Gegners wieder rein und hält sehenswert.

Outtake 2: Der starke Torhüter von AJAX ist noch nach Abpfiff im Wettkampfmodus, verweigert den Handschlag mit unserem Trainer und äußert sich unsportlich. Seine Mitspieler beruhigen ihn.

Bonustrack 2: Das sehr gute Schiedsrichtergespann lädt nach dem Spiel zur Nachbesprechung, erklärt Entscheidungen, ist offen für Diskussionen. Das ist stark.

Unsere Zweite orientiert sich jetzt schon wieder ein wenig nach oben, zumal Hermsdorf-Waidmannslust gegen Rudow verliert. Platz vier ist die erfreuliche Momentaufnahme. Dass wir dort zurecht stehen, müssen wir im kommenden Heimspiel gegen die SSG Humboldt unter Beweis stellen.

Aufstellung:

Ben, Julian (4), Willi (2), Felix (1), Justin (7), Tim (1), André, Jonas, Jordan (2), Pascal, Nick (7, davon 5 7Meter), Tor: Kilian

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Veröffentlicht in Handball News.