Zwote vs. Rotation Prenzlauer Berg

Sonntag abend, 18 Uhr, Hölle-Süd. Gerade haben die Frauen ein Spiel, in dem sie von Beginn an führten, sich zwischenzeitlich etwas absetzen konnten, noch so gerade eben mit einem Tor Vorsprung gewonnen. Jetzt sind die zweiten Männer dran.

Die Besetzung ist gut, die Absagen kompetent ersetzt. Zu Gast ist Rotation II., eine Mannschaft, die bis dahin das Mittelfeld anführt, von dem unsere Zweite sich bis dahin schon ein wenig absetzen konnte. Klar ist aber: Hier und heute wäre alles andere als ein Heimsieg eine Enttäuschung.

Das Spiel beginnt und es geht gleich in die gewünschte Richtung. Nach gut sechs Minuten liegt die Zwote mit 5:2 vorne, weil sie ihre Stärken der letzten Spiele von Beginn an ausspielt: schnelle Beine in der Abwehr, spielerische Lösungen im Angriff und einen sicheren Siebenmeterschützen, wenn der Gegner mal etwas gegen die spielerische Lösung hat.

Doch Rotation ist nicht gewillt, sich hier früh abhängen zu lassen und nimmt den Kampf an, bleibt bis Mitte der ersten Halbzeit stets auf Tuchfühlung. Dann beginnt allerdings die stärkste Phase der Heimmannschaft. Der Zug zum Tor ist gut, die erste Welle gelingt zwar selten, doch über zweite Welle geht einiges. Rotation läuft sich fest, findet in dieser Phase keine spielerische Linie. Über 14:9 geht es auf 18:11 und schließlich mit 20:13 in die Pause. Das sieht gut aus!

Kenner der Roten wissen jedoch, dass die Mannschaft traditionell in der zweiten Halbzeit Anlaufschwierigkeiten hat, um es freundlich auszudrücken. Und auch in diesem Spiel kommt der Lauf ins Stocken. Die 7 Tore Abstand werden noch bis zur 43. Minute verteidigt, doch so langsam spielt sich der gegnerische Torhüter in den Vordergrund und ermöglicht mal einen 0:3-Lauf für die Gäste. Das Spiel wird jetzt zäh. Tore für die Zwote müssen jetzt zunehmend mühsamer herausgearbeitet werden und Rotation zieht sehr schnell nach. 28:23, 14 Sekunden später 28:24, 30:25, 11 Sekunden später 30:26. Dazu leider mehr gute Torwartaktionen beim Gegner als beim Gastgeber und so langsam schmilzt der Vorsprung dahin. Bei Rotation sitzt jetzt fast jeder Wurf, bei der Zwoten eben nicht. 34:10, 10 Sekunden später 31:11, Parade, 34:32, Parade, 34:33. Noch drei Minuten. Da haben wir nun den Salat, willkommen in der Crunchtime.

Doch hier sind wir wieder bei den noch jungen Traditionen der jungen Saison. Crunchtime kann die Zwote, so auch in diesem Spiel. Tim übernimmt Verantwortung und stellt auf 35:33. Noch 90 Sekunden. Erst jetzt bringt Rotation mal wieder einen Angriff nicht ins Ziel. Zwote im Angriff, Rotation versucht zu stören, ein Pfiff, Rotation will den Ball, doch den Freiwurf bekommt der Gastgeber, wertvolle Sekunden bis zur Klärung, letzte Aktion: Pascal macht das 36:33.

Das Ergebnis ist knapper als es scheint. Und nach den Frauen zuvor kommt auch die Zwote nach Führung über die gesamte Spielzeit fast aus dem Tritt, um am Ende dann doch mit guten Nerven und etwas Glück zu gewinnen.

Respekt gilt an dieser Stelle auch dem Gegner aus dem Prenzlauer Berg für den beherzten Kampf. Die zweiten Männer behalten ihre Lauerstellung auf das Spitzentrio.

Am kommenden Wochenende kommt es nun zur großen Bewährungsprobe beim Tabellenführer in Kreuzberg.

Lichtenrade II: Schuleit, Degen (3), Zillmer (5, davon 2 7m), Bluhm (2), Kurtz, Seibt (2), Freis (8), Menke (3), Pigeon (4), Braun (9, davon 3 7m), Tor: Köppe, Löscher, Trainer: Rieck.

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Veröffentlicht in Handball News.