Spiel verloren, Charaktertest bestanden:

Zweite verliert gegen SG Hermsdorf-Waidmannslust 26:22.

Nach zahlreichen Ausfällen und Absagen reiste unsere zweite Männermannschaft am Sonntag nach Wittenau zur SG Hermsdorf-Waidmannslust. Unterstützt wurde sie aus der 3. Männermannschaft und der A2. Es war also schon vor Anwurf klar, dass an diesem Tag eine schwere Aufgabe bevorstand, zumal mit mehr Stammpersonal bereits das Hinspiel gegen die Nordberliner verloren wurde.

Es war klar, dass an diesem Tag nur etwas geht, wenn Einsatz und Konzentration stimmen und Spieler mit weniger Einsatzzeit in den vorherigen Spielen an diesem Tag gewillt sind, Ansprüche anzumelden.

Schon aus dem Hinspiel war die Konterstärke des Gegners bekannt. Klarer Vorsatz war also, im Angriff sich keine Nachlässigkeiten zu erlauben, ein hoher Anspruch, zumal bei einigen Umbesetzungen auf den Positionen.

Genug zu den Vorzeichen rein ins Spiel. Genau genommen, gleich mal in die 10. Spielminute. Erste Auszeit. Rückstand 8:3, davon 5 Konter. Die ersten 9 Minuten haben bereits alles geboten, was man vermeiden wollte. Also Denkpause, nachjustieren, vielleicht auch ein wenig dem Gegner den Flow nehmen. Weiter geht’s.

Die folgende Viertelstunde ist ausgeglichener. Im Angriff gelingt ein wenig mehr, auch die Abwehr kann erste Erfolge feiern, doch auch weiterhin können Konter nicht ganz vermieden werden. Zum Ende der Halbzeit jedoch deuten sich Ermüdungserscheinungen an, der Gegner setzt sich auf 17:11 ab.

Relative Ratlosigkeit in der Kabine. Die Bruchstellen im eigenen Spiel sind eigentlich allen klar, doch es fehlen die Optionen im Kader, die das Spiel grundlegend neu aufsetzen könnten. Was ist jetzt das richtige Ziel? Einfach nur nicht untergehen oder noch einmal alles in das Spiel hineinschmeißen, was man hat, um was Zählbares zu holen? Dranbleiben heißt die Devise. Die Deckung wird offensiver aufgestellt, für den Angriff Ideen gesammelt.

Zweite Halbzeit. Jonas holt sich eine 2-Minuten-Strafe, der Gegner macht das erste Tor. Mit Sieben hinten.  Ist das schon ein Knacks? Nein. Die Abwehr hält in Unterzahl und als Jonas wieder zurück ist, trifft er gleich. Nick legt nach. Dann ein 3:0-Lauf der Heimmannschaft. Acht hinten. Nerven behalten! Einfach im Spiel bleiben.

Die Deckung wird jetzt auf 4:2 umgestellt, die Maßnahme zieht. 11 Minuten lang gelingt Hermsdorf-Waidmannslust kein Tor. Bis auf drei Tore hinten kann der Abstand verkürzt werden. Geht hier am Ende doch noch was?

Leider nicht. Die Abwehr bleibt bis zum Schluss stabil, doch im Angriff gehen die Kräfte und Ideen aus und die Hausherren kennen inzwischen das Repertoire und die Möglichkeiten der heutigen Besetzung. Es hat nicht gereicht. Mit 26:22 geht das Spiel verloren.

Die Gefühle sind gemischt, die Analyse zwiespältig. Die Mannschaft ist nicht zerfallen, hat Charakter gezeigt. Die zweite Halbzeit wurde gewonnen. Theoretisch wurden sogar auch die 51 Minuten nach der ersten Auszeit gewonnen. Einige Mittel wurden erst über die Dauer des Spiels gefunden, wäre man doch früher darauf gekommen. Bringen wir es auf den Punkt: Spiel verloren, Charaktertest bestanden. Der Gegner hat die sich bietenden Schwächen gesehen und genutzt. Deshalb hat er verdient gewonnen.

Die Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen ist noch da. Nach den Winterferien geht es am 15.2. zuhause gegen den Tabellen-Zweiten NARVA III weiter.

Zuletzt noch ein Dank an unsere Helfer Steven, André, Kilian und Alex. Nicht nur stark, dass Ihr dabei wart, sondern auch wie Ihr dabei wart!

Es spielten:

Schulle (1), Kilian O. (5), Alex (3), Steven (1), Jonas (2, davon 1 Siebenmeter), André G. (1), André D., Pascal (4), Nick (5, davon 1 Siebenmeter)   .

Im Tor: Kevin K. , Kilian K.

Trainer: Kevin Rieck

Veröffentlicht in Handball News.