mD-Jugend trotz Corona Berliner-Meister?

Nachdem wir die Hinrunde erfolgreich auf Platz 1 beendet hatten und alle Ergebnisse
zurückgesetzt wurden, starteten wir am 11.01.2020 auswärts beim Aufsteiger SG AC/Eintracht
Berlin. Nach einer soliden ersten Halbzeit setzten wir uns über 4:7 (06:16) und 7:11 (09:12) zum
Halbzeitstand von 14:22 ab. An die Leistung der ersten Halbzeit anknüpfend, spielten wir auch die
zweite Hälfte solide zu Ende und gewannen mit 28:36.
Im zweiten Spiel der Rückrunde ging es gegen die SG OSF Berlin. Wie auch schon in den letzten
Spielen gegen diese Mannschaft, taten wir uns auch dieses mal am Anfang schwer und so lagen bei
04:04 mit 4:7 hinten. Wir schafften es aber, uns wieder zu fangen und führten schließlich 12:9
(10:40). Die erste Hälfte blieb aber spannend. So stand es erst 12:12 (12:06), dann 16:16 (17:05)
und zur Pause letztendlich 20:17. Die zweite Halbzeit begann ähnlich spannend. So stand es sechs
Minuten vor Schluss 27:26. Einen Endspurt einlegend, schafften wir es noch ein bisschen Luft
zwischen uns und unseren Gegner zu bekommen und 31:26 zu gewinnen.
Im nächsten Spiel ging es zum zweiten Aufsteiger, dem TSV Rudow. Zu Beginn verpennten wir
das Spiel, so dass wir recht schnell mit 4:2 (03:35) zurücklagen. Almählich fingen wir uns wieder
und spielten auf Augenhöhe mit, bis wir nach 4:4 (05:53) und 8:8 (06:37) sieben Minuten vor der
Pause wieder 14:11 hinten lagen. Hier begannen wir jetzt endlich richtigen Handball zu spielen,
sodass wir trotzdem mit einer 16:20 Führung in die Pause gingen. In der zweiten Halbzeit, dem
TSV Rudow keine Chance mehr gebend, gewannen wir das Spiel trotz holprigem Start mit 22:31.
Pause vom Alltag. Es ging zum Pokalhalbfinale zum BSV 92, ein uns recht unbekannter Gegner,
spielte er doch nicht in der Verbandsliga. Durch eine gute Leistung gewannen wir aber auch dieses
Spiel deutlich mit 19:38 (9:23). Finale!
Im vierten Spiel ging es zu Hause gegen den auf dem Papier ersten „schweren Brocken“ die Sp.Vg.
Blau-Weiß 1890. Wir begannen das Spiel von Beginn an stark und konnten uns gleich absetzen. So
ging es über 6:4 (07:46) und 17:13 (17:52) zum Halbzeitstand 19:16. Doch erst jetzt kam unsere
starke Halbzeit. So führten wir bereits nach fünf Minuten der zweiten Hälfte mit 23:16. Wir bauten
unsere Führung aber weiter aus, sodass wir am Ende mit 37:27 gewannen.
Nächstes Auswärtsspiel, nächster vermeintlich „schwerer Brocken“. Es ging gegen die bisher in der
Rückrunde noch unbesiegte Mannschaft der SG NARVA Berlin. Am Anfang wirkte es, wie ein
gnadenloses überrannt werden. So stand es bereits nach 01:12 Minuten 3:0. Dann schafften wir es
langsam die Zügel in die Hand zu nehmen und bei 09:40 den Ausgleich zum 10:10 zu werfen. Ab
da wurde alles anders. Die Rollen hatten sich getauscht und nun sahen die ersten Minuten nicht
mehr wie ein gnadenloser Untergang aus, sondern eher wie ein vorsichtiges Betrachten des
Gegners, der aber immer in Reichweite war. So konnte man am Halbzeitstand von 15:23 nichts
mehr von den ersten 10 Minuten erkennen. Aber beim Handball ist vieles möglich. Das Spiel war
noch nicht entschieden. Doch aus der Kabine befreit, ging es sofort weiter. Mit einer überragenden
Schnelligkeit und einer Bundesligareifen Abwehr und Spielübersicht gelang es uns die SG NARVA
Berlin komplett an die Wand zu spielen. Aus dem 15:23 wurde erst ein 16:26 (22:20), dann ein
16:31 (25:57) und letztenendes ein 30:42. So schlugen wir den zweiten vermeintlich „schwerer
Brocken“ mit zweistelliger Differenz und freuten uns auf das nächste Spiel, welches am 15.03.2020
gegen den VfV Spandau stattfinden sollte.
Aber alles kam anders als geplant. Corona Pandemie! Unterbrechung des Spielbetriebes! Dabei
waren wir doch so kurz vor unserm Zeil: Berliner-Meister 2019/20. Sollte das jetzt alles umsonst
gewesen sein oder geht es irgendwann wieder weiter. Keiner weiß es. Aber wir mussten weiter
trainieren. War es für die verschobenen Spiele oder für die nächste Saison, die früher oder später
kommen wird. Egal! Es wurde allerdings schwerer, da nun auch die Turnhallen zu waren und wir so
kein Training in gewohnter Form anbieten konnten. Uns musste etwas anderes einfallen und so
musste jeder alleine zu Hause trainieren, also train at home, natürlich mit Trainingsplan. Doch das
schwerste an der Zeit ist, man kann sich nicht treffen, sich nicht sehen, nicht unterhalten, nicht
zusammen ein Team sein und man hat dauerhaft die Ungewissheit was kommt, was aus der Saison
wird. Die erste Erlösung kam am 22.04.2020 nachts um halb elf. Wir sind Berliner-Meister! Zwar
mit Füchsen zusammen, obwohl wir in der Quali und der Hinrunde gegen Füchse gewonnen haben
(und ich mir sicher bin, dass wir auch in der Rückrunde gewonnen hätten) 😉 aber wir sind Berliner-
Meister. Jetzt warten wir noch auf eine Entscheidung bezüglich des Pokalfinales. Auf die letzte
Erlösung müssen wir auch noch warten, aber früher oder später wird auch diese kommen und wir
werden wieder Handball spielen können. Den besten Sport der Welt!
An dieser Stelle möchte ich nochmal Danke sagen. Danke an die Eltern, die uns bei den Spielen am
Kampfgericht und auf der Tribüne unterstützt haben, an die Zuschauer, die immer zahlreich
erschienen sind, egal wo wir gespielt haben und sogar Auswärtsspiele wie Heimspiele wirken ließen
und last but not least vorallen an die Spieler, mit denen wir so eine tolle Saison hatten, die mega viel
Spaß gemacht hat und darüberhinaus auch noch super erfolgreich war.

DANKE!
Janis Wedewardt

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Veröffentlicht in Handball News.